Alles Wichtige zur Künstlichen Intelligenz und zum EU AI Act – kompakt, praxisnah und in wenigen Minuten.
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben ausführen können, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern – wie Sprache verstehen, Texte schreiben, Bilder erkennen oder Entscheidungen treffen.
KI „lernt" aus riesigen Datenmengen. Das Ergebnis ist ein Modell, das Muster erkennt und auf neue Situationen anwenden kann – ohne dass jede Regel von Hand programmiert wurde.
Spam-Filter in Ihrem E-Mail-Postfach · Navigationssysteme die Staus vorhersagen · Übersetzer wie DeepL · Autocomplete auf Ihrem Smartphone · Chatbots im Kundenservice · Gesichtserkennung beim Entsperren des Handys
KI ist sehr gut in klar definierten Aufgaben mit viel Daten: Texte verfassen, übersetzen, zusammenfassen, Bilder beschreiben oder Code vorschlagen. Aktuelle KI-Modelle wirken oft erstaunlich kompetent.
KI kann jedoch halluzinieren – sie erfindet überzeugend klingende, aber faktisch falsche Informationen. Sie versteht nicht wirklich, sie berechnet statistische Wahrscheinlichkeiten. Deshalb gilt: Immer kritisch prüfen.
Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Er gilt seit August 2024 und ist schrittweise in Kraft getreten – wichtige Pflichten gelten seit 2. Februar 2025.
Das zentrale Ziel: KI in Europa soll sicher, transparent und grundrechtskonform eingesetzt werden – ohne Innovation zu bremsen.
Die EU-Verordnung reguliert nicht alle KI gleich stark. Das Prinzip: Je höher das Risiko eines KI-Systems, desto strenger die Regeln. Ein Spam-Filter unterliegt kaum Anforderungen. Ein KI-System das Kreditentscheidungen trifft, muss sehr hohe Standards erfüllen.
Unternehmen und Behörden, die KI einsetzen, müssen seit Februar 2025 sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden, die KI nutzen oder beaufsichtigen, über ausreichende KI-Grundkenntnisse verfügen – das nennt sich „AI Literacy" (Artikel 4 EU AI Act).
Dieser Minikurs und der anschließende Wissenstest sind genau dafür gedacht: als Nachweis dieser Grundschulung.
Mit dem bestandenen Wissenstest erhalten Sie ein Zertifikat, das Ihre KI-Grundschulung gemäß Artikel 4 EU AI Act dokumentiert. Das ist Ihr Nachweis als Mitarbeitende/r gegenüber Ihrem Arbeitgeber.
Jedes KI-System wird einer von vier Stufen zugeordnet – von verboten bis kaum reguliert. Die Einstufung bestimmt, welche Anforderungen gelten.
Die meisten KI-Tools, die Sie beruflich nutzen (ChatGPT, Copilot, Gemini), fallen in die Kategorie „begrenztes Risiko" – mit Transparenzpflichten. Das bedeutet: Sie müssen offenlegen, wenn Inhalte KI-generiert sind.
Der Markt für KI-Assistenten wächst rasant. Neben dem bekanntesten Tool ChatGPT gibt es heute datenschutzfreundliche europäische Alternativen, die besonders für den beruflichen Einsatz interessant sind.
Der bekannteste KI-Assistent. Sehr leistungsstark für Texte, Code und Analyse. Kostenlose Basisversion, kostenpflichtige Pro-Version. Daten werden in den USA verarbeitet.
→ chat.openai.comDatenschutzfreundliche europäische Alternative. Mistral AI ist ein französisches KI-Unternehmen. Daten bleiben in der EU. Kostenlos nutzbar, sehr leistungsfähig und DSGVO-konformer als US-Anbieter.
→ chat.mistral.aiIn Microsoft 365 (Word, Outlook, Teams) integriert. Ideal wenn Ihre Organisation bereits Microsoft nutzt. Datenschutz-Konditionen je nach Unternehmensvertrag.
→ copilot.microsoft.comGoogle's KI-Assistent. Gut für Webrecherche und Integration mit Google Workspace (Docs, Gmail, Drive). Daten werden von Google verarbeitet.
→ gemini.google.comBekannt für besonders sorgfältige, nuancierte Antworten. Gute Datenschutzoptionen für Unternehmen. Stärken: lange Dokumente, komplexe Analysen, sichere Antworten.
→ claude.aiEuropäischer Anbieter aus Köln. Marktführer für KI-Übersetzungen. Sehr DSGVO-konform. Ideal für professionelle Übersetzungen und Textverbesserungen.
→ deepl.comWenn Sie beruflich mit vertraulichen oder personenbezogenen Daten arbeiten, ist Le Chat (chat.mistral.ai) die datenschutzfreundlichste Wahl unter den leistungsstarken KI-Assistenten – europäischer Anbieter, DSGVO-konform, kostenlos nutzbar.
KI kann viele alltägliche Aufgaben beschleunigen und erleichtern. Hier sind die häufigsten und nützlichsten Einsatzbereiche:
E-Mails, Berichte, Präsentationstexte und Social-Media-Beiträge erstellen oder verbessern lassen
Lange Dokumente, Berichte oder Artikel auf das Wesentliche reduzieren
Professionelle Übersetzungen in Sekundenschnelle, besonders mit DeepL oder Le Chat
Schnellen Überblick zu Themen gewinnen – Ergebnisse immer mit Originalquellen prüfen
Brainstorming, Konzepte skizzieren, Strukturen für Präsentationen entwickeln
KI-Bildgeneratoren für Illustrationen, Icons oder Präsentationsgrafiken (mit Kennzeichnungspflicht!)
Das größte Risiko beim Einsatz von KI-Tools ist die unbeabsichtigte Weitergabe vertraulicher Daten. Was Sie in ein KI-Tool eingeben, kann vom Anbieter gespeichert und für das Training zukünftiger Modelle genutzt werden.
Transparenz bedeutet: Menschen müssen erkennen können, wenn sie mit einem KI-System interagieren oder wenn Inhalte von einer KI erstellt wurden. Niemand soll unbemerkt von KI beeinflusst oder getäuscht werden.
Wenn Sie einen Chatbot betreiben oder einsetzen, müssen Nutzer wissen, dass sie mit einer KI und nicht mit einem Menschen sprechen. Ausnahme: Der Nutzer möchte ausdrücklich mit einer KI-Rolle sprechen.
Vollständig mit KI erstellte Texte, die veröffentlicht oder weitergegeben werden, müssen als solche gekennzeichnet sein. Empfohlene Formulierungen: „Mit KI erstellt", „KI-generiert" oder „Erstellt mit Unterstützung von KI" (wenn Sie den Text noch überarbeitet haben).
Bilder, Videos und Audiodateien, die vollständig von KI erzeugt wurden, müssen klar gekennzeichnet werden. Bei sogenannten Deepfakes (täuschend echte KI-Manipulationen realer Personen) gelten besonders strenge Regeln.
Wenn Sie KI nur zur Unterstützung nutzen – also z.B. KI schlägt vor, Sie überarbeiten und entscheiden – und das Ergebnis wesentlich durch Sie geprägt ist, entfällt die Kennzeichnungspflicht. Der entscheidende Faktor: Wurde der Inhalt zur Gänze von der KI erstellt?
Wenn Sie einen Text oder ein Bild so überarbeitet haben, dass er/es im Wesentlichen Ihre eigene Schöpfung ist: keine Kennzeichnung nötig. Wenn die KI 90 % gemacht hat und Sie nur minimal angepasst haben: kennzeichnen Sie es.