Kompetenzzentrum Digitalisierung
🇪🇺 EU AI Act
Minikurs
📚 KI-Basisschulung · Minikurs

KI verstehen –
sicher anwenden

Alles Wichtige zur Künstlichen Intelligenz und zum EU AI Act – kompakt, praxisnah und in wenigen Minuten.

6
Kapitel
~10'
Lesezeit
100%
Praxisnah
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1
Was ist Künstliche Intelligenz?
Definition · Funktionsweise · Fähigkeiten

🤖 Die einfache Erklärung

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben ausführen können, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern – wie Sprache verstehen, Texte schreiben, Bilder erkennen oder Entscheidungen treffen.

KI „lernt" aus riesigen Datenmengen. Das Ergebnis ist ein Modell, das Muster erkennt und auf neue Situationen anwenden kann – ohne dass jede Regel von Hand programmiert wurde.

💡

Alltägliche KI-Beispiele

Spam-Filter in Ihrem E-Mail-Postfach · Navigationssysteme die Staus vorhersagen · Übersetzer wie DeepL · Autocomplete auf Ihrem Smartphone · Chatbots im Kundenservice · Gesichtserkennung beim Entsperren des Handys

🧠 Was KI kann – und was nicht

KI ist sehr gut in klar definierten Aufgaben mit viel Daten: Texte verfassen, übersetzen, zusammenfassen, Bilder beschreiben oder Code vorschlagen. Aktuelle KI-Modelle wirken oft erstaunlich kompetent.

KI kann jedoch halluzinieren – sie erfindet überzeugend klingende, aber faktisch falsche Informationen. Sie versteht nicht wirklich, sie berechnet statistische Wahrscheinlichkeiten. Deshalb gilt: Immer kritisch prüfen.

✓ Das nehmen Sie aus diesem Kapitel mit

  • KI sind Computersysteme für Aufgaben, die menschliche Intelligenz erfordern
  • KI lernt aus Daten – nicht aus Regeln, die von Hand programmiert werden
  • KI kann Fehler machen und Dinge erfinden (Halluzinationen)
  • KI-Ausgaben müssen immer kritisch geprüft werden
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Die EU-KI-Verordnung (AI Act)
Ziel · Ansatz · Pflichten ab 2025

🇪🇺 Was ist der EU AI Act?

Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz. Er gilt seit August 2024 und ist schrittweise in Kraft getreten – wichtige Pflichten gelten seit 2. Februar 2025.

Das zentrale Ziel: KI in Europa soll sicher, transparent und grundrechtskonform eingesetzt werden – ohne Innovation zu bremsen.

⚖️

Der risikobasierte Ansatz – das Kernprinzip

Die EU-Verordnung reguliert nicht alle KI gleich stark. Das Prinzip: Je höher das Risiko eines KI-Systems, desto strenger die Regeln. Ein Spam-Filter unterliegt kaum Anforderungen. Ein KI-System das Kreditentscheidungen trifft, muss sehr hohe Standards erfüllen.

📋 Was bedeutet das für Organisationen?

Unternehmen und Behörden, die KI einsetzen, müssen seit Februar 2025 sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden, die KI nutzen oder beaufsichtigen, über ausreichende KI-Grundkenntnisse verfügen – das nennt sich „AI Literacy" (Artikel 4 EU AI Act).

Dieser Minikurs und der anschließende Wissenstest sind genau dafür gedacht: als Nachweis dieser Grundschulung.

Was dieser Kurs für Sie leistet

Mit dem bestandenen Wissenstest erhalten Sie ein Zertifikat, das Ihre KI-Grundschulung gemäß Artikel 4 EU AI Act dokumentiert. Das ist Ihr Nachweis als Mitarbeitende/r gegenüber Ihrem Arbeitgeber.

✓ Das nehmen Sie aus diesem Kapitel mit

  • Der EU AI Act ist das weltweit erste umfassende KI-Gesetz
  • Grundprinzip: Mehr Risiko = stärkere Regulierung
  • Wichtige Pflichten gelten seit 2. Februar 2025
  • Organisationen müssen KI-Grundkenntnisse ihrer Mitarbeitenden sicherstellen
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Die vier Risikostufen
Verboten · Hochrisiko · Begrenzt · Minimal

📊 So klassifiziert der EU AI Act KI-Systeme

Jedes KI-System wird einer von vier Stufen zugeordnet – von verboten bis kaum reguliert. Die Einstufung bestimmt, welche Anforderungen gelten.

🚫 Verboten

Inakzeptables Risiko

  • Staatliches Social Scoring
  • Manipulation von Personen
  • Echtzeit-Biometrie in der Öffentlichkeit
  • KI zur Ausnutzung von Schwächen
⚠️ Streng reguliert

Hochrisiko-KI

  • KI in Bewerbungsverfahren
  • KI für Kreditentscheidungen
  • KI in Bildung und Justiz
  • Medizinische Diagnose-KI
ℹ️ Transparenzpflicht

Begrenztes Risiko

  • Chatbots & KI-Assistenten
  • KI-generierte Texte/Bilder
  • Emotionserkennung
  • Deepfakes
✅ Kaum reguliert

Minimales Risiko

  • Spam-Filter
  • KI in Videospielen
  • Empfehlungsalgorithmen
  • KI-Suchfunktionen
⚠️

Wichtig für den Alltag

Die meisten KI-Tools, die Sie beruflich nutzen (ChatGPT, Copilot, Gemini), fallen in die Kategorie „begrenztes Risiko" – mit Transparenzpflichten. Das bedeutet: Sie müssen offenlegen, wenn Inhalte KI-generiert sind.

✓ Das nehmen Sie aus diesem Kapitel mit

  • Es gibt 4 Risikostufen: verboten, Hochrisiko, begrenztes Risiko, minimales Risiko
  • Social Scoring und Massenüberwachung sind verboten
  • Gängige KI-Assistenten unterliegen Transparenzpflichten
  • Je nach Einstufung gelten unterschiedliche Pflichten für Anbieter und Nutzer
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KI-Tools im Überblick
ChatGPT · Alternativen · Datenschutz

🛠️ Welche KI-Tools gibt es?

Der Markt für KI-Assistenten wächst rasant. Neben dem bekanntesten Tool ChatGPT gibt es heute datenschutzfreundliche europäische Alternativen, die besonders für den beruflichen Einsatz interessant sind.

💬
ChatGPT
OpenAI · USA

Der bekannteste KI-Assistent. Sehr leistungsstark für Texte, Code und Analyse. Kostenlose Basisversion, kostenpflichtige Pro-Version. Daten werden in den USA verarbeitet.

→ chat.openai.com
🇪🇺
Le Chat (Mistral AI)
Europäisch · Datenschutz

Datenschutzfreundliche europäische Alternative. Mistral AI ist ein französisches KI-Unternehmen. Daten bleiben in der EU. Kostenlos nutzbar, sehr leistungsfähig und DSGVO-konformer als US-Anbieter.

→ chat.mistral.ai
🤖
Microsoft Copilot
Microsoft · USA

In Microsoft 365 (Word, Outlook, Teams) integriert. Ideal wenn Ihre Organisation bereits Microsoft nutzt. Datenschutz-Konditionen je nach Unternehmensvertrag.

→ copilot.microsoft.com
Gemini (Google)
Google · USA

Google's KI-Assistent. Gut für Webrecherche und Integration mit Google Workspace (Docs, Gmail, Drive). Daten werden von Google verarbeitet.

→ gemini.google.com
🔒
Claude (Anthropic)
USA · Datenschutzoptionen

Bekannt für besonders sorgfältige, nuancierte Antworten. Gute Datenschutzoptionen für Unternehmen. Stärken: lange Dokumente, komplexe Analysen, sichere Antworten.

→ claude.ai
🌐
DeepL / DeepL Write
Deutschland · Übersetzung

Europäischer Anbieter aus Köln. Marktführer für KI-Übersetzungen. Sehr DSGVO-konform. Ideal für professionelle Übersetzungen und Textverbesserungen.

→ deepl.com
🇪🇺

Empfehlung: Le Chat von Mistral AI für sensible Inhalte

Wenn Sie beruflich mit vertraulichen oder personenbezogenen Daten arbeiten, ist Le Chat (chat.mistral.ai) die datenschutzfreundlichste Wahl unter den leistungsstarken KI-Assistenten – europäischer Anbieter, DSGVO-konform, kostenlos nutzbar.

✓ Das nehmen Sie aus diesem Kapitel mit

  • Es gibt viele KI-Assistenten – nicht nur ChatGPT
  • Le Chat (Mistral AI) ist eine datenschutzfreundliche europäische Alternative
  • Für Übersetzungen: DeepL ist europäisch und sehr DSGVO-konform
  • Microsoft Copilot ist die beste Wahl, wenn Ihre Org Microsoft 365 nutzt
  • Niemals vertrauliche Daten in KI-Tools eingeben – egal welcher Anbieter
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KI im Berufsalltag
Anwendungsfälle · Datenschutz · Dos & Don'ts

💼 Sinnvolle Anwendungsfälle im Büro

KI kann viele alltägliche Aufgaben beschleunigen und erleichtern. Hier sind die häufigsten und nützlichsten Einsatzbereiche:

✍️

Texte verfassen

E-Mails, Berichte, Präsentationstexte und Social-Media-Beiträge erstellen oder verbessern lassen

📄

Zusammenfassen

Lange Dokumente, Berichte oder Artikel auf das Wesentliche reduzieren

🌍

Übersetzen

Professionelle Übersetzungen in Sekundenschnelle, besonders mit DeepL oder Le Chat

🔍

Recherchieren

Schnellen Überblick zu Themen gewinnen – Ergebnisse immer mit Originalquellen prüfen

💡

Ideen entwickeln

Brainstorming, Konzepte skizzieren, Strukturen für Präsentationen entwickeln

🖼️

Bilder erstellen

KI-Bildgeneratoren für Illustrationen, Icons oder Präsentationsgrafiken (mit Kennzeichnungspflicht!)

🔒 Das Wichtigste zum Datenschutz

Das größte Risiko beim Einsatz von KI-Tools ist die unbeabsichtigte Weitergabe vertraulicher Daten. Was Sie in ein KI-Tool eingeben, kann vom Anbieter gespeichert und für das Training zukünftiger Modelle genutzt werden.

✓ Das nehmen Sie aus diesem Kapitel mit

  • KI eignet sich gut für: Texte, Übersetzungen, Zusammenfassungen, Recherche, Ideen
  • Niemals vertrauliche oder personenbezogene Daten in KI eingeben
  • Alle KI-Ausgaben auf Richtigkeit prüfen – KI halluziniert
  • Interne Richtlinien zur KI-Nutzung beachten
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Transparenz & Kennzeichnungspflicht
Wann muss KI sichtbar gemacht werden?

🏷️ Was bedeutet Transparenz im EU AI Act?

Transparenz bedeutet: Menschen müssen erkennen können, wenn sie mit einem KI-System interagieren oder wenn Inhalte von einer KI erstellt wurden. Niemand soll unbemerkt von KI beeinflusst oder getäuscht werden.

💬

Chatbots & KI-Assistenten

Wenn Sie einen Chatbot betreiben oder einsetzen, müssen Nutzer wissen, dass sie mit einer KI und nicht mit einem Menschen sprechen. Ausnahme: Der Nutzer möchte ausdrücklich mit einer KI-Rolle sprechen.

📝

KI-generierte Texte

Vollständig mit KI erstellte Texte, die veröffentlicht oder weitergegeben werden, müssen als solche gekennzeichnet sein. Empfohlene Formulierungen: „Mit KI erstellt", „KI-generiert" oder „Erstellt mit Unterstützung von KI" (wenn Sie den Text noch überarbeitet haben).

🖼️

KI-generierte Bilder & Videos

Bilder, Videos und Audiodateien, die vollständig von KI erzeugt wurden, müssen klar gekennzeichnet werden. Bei sogenannten Deepfakes (täuschend echte KI-Manipulationen realer Personen) gelten besonders strenge Regeln.

🤔 Wann muss ich NICHT kennzeichnen?

Wenn Sie KI nur zur Unterstützung nutzen – also z.B. KI schlägt vor, Sie überarbeiten und entscheiden – und das Ergebnis wesentlich durch Sie geprägt ist, entfällt die Kennzeichnungspflicht. Der entscheidende Faktor: Wurde der Inhalt zur Gänze von der KI erstellt?

Praktische Faustregel

Wenn Sie einen Text oder ein Bild so überarbeitet haben, dass er/es im Wesentlichen Ihre eigene Schöpfung ist: keine Kennzeichnung nötig. Wenn die KI 90 % gemacht hat und Sie nur minimal angepasst haben: kennzeichnen Sie es.

✓ Das nehmen Sie aus diesem Kapitel mit

  • Nutzer müssen wissen, wenn sie mit einem KI-System interagieren
  • Vollständig KI-generierte Texte sind mit „Mit KI erstellt" zu kennzeichnen
  • Gleiches gilt für KI-generierte Bilder, Videos und Audiodateien
  • Bei KI-Unterstützung (Sie überarbeiten wesentlich) entfällt die Pflicht

🎓 Bereit für den Wissenstest?

Sie haben alle 6 Kapitel abgeschlossen. Testen Sie Ihr Wissen – bei 5 von 7 richtigen Antworten erhalten Sie Ihr persönliches Zertifikat.

Zum KI-Wissenstest →